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Winners will be chosen Friday.Good luck!
Hat nichts mit Rädern zu tun, ist aber einer der besten Blogs, die ich in letzter Zeit gesehen habe. So kann man politische Statements auch verpacken.
Hier noch der Beweis: Falkenstein.
Halle - München mit dem Rennrad: Tag 1
Der Wecker klingelt um 5:30. Sollte er zumindest, denn heute fahre in Rennrad. Und morgen auch. Und übermorgen. Meine erste mehrtägige Rennrad-Tour. Ich weiß nicht, ob der Wecker 5:30 geklingelt hätte, denn ich werde schon um 5 wach.
Ist das Regen da draußen? Klingt so. Seltsame Gedanken wabern durch meinen Kopf: was mache ich, wenn das Rad heute abend so verdreckt ist, dass sie mich nicht in’s Hotel lassen? Da ich sowieso nicht mehr schlafen kann, kann ich auch aufstehen. Der Blick nach draußen ergibt, dass es gar nicht regnet. Ist nur nass. Na also.
6:45 geht es dann endlich los.
Die ersten 70 km fliegen nur so vorbei. Ich kann eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 25 km/h halten, was für meine Verhältnisse nicht schlecht ist, zumal mit 5 kg Gepäck auf dem Rücken. Nach 45 km zeigen sich sogar die ersten trockenen Streifen auf den Straßen. Mein Hintern und der fenomalist haben also Gelegenheit zum trocknen.
Der Nachteil, wenn man sich vorwiegend ruhige Nebenstraßen zum fahren sucht: man findet nicht so leicht einen Bäcker. So langsam würde es mal Zeit für einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen. Ich habe Glück und treffe einen der selten zu sehenden Leute auf der Straße (schlafen die alle noch?), den ich fragen kann.
Es ist 9:50, als ich die Ladentür beim Bäcker öffne. Was mir als erstes auffällt, ist die leere Auslage. Lediglich ein einsames Weißbrot und ein paar Kekse sind dort zu finden - WTF?
“Entschuldigung, gibt es hier sonst nichts?” “Es ist gleich 10 Uhr, mein Guter. Feierabend!” Hä? Samstag um 10? “Ja!” Weiter: “Kaffee gibt es Samstag nicht, wir sind hier keine Kaffeetrinker.”
Dann eben nicht.
Nach einem leckeren Mittagessen in Altenburg (schön da!) geht es weiter. Die Beine funktionieren gut. Typisch radweit.de: es geht über kleine Straßen, immer an der Pleiße entlang. Manchmal kommt über 15 Minuten gar kein Auto, weder von vorn noch von hinten.
Den einzigen anderen Rennradler des Tages treffe ich in Werdau. Wir fahren einige Kilometer zusammen und schwatzen ein wenig. Sympathischer Typ, Grüße nach Werdau!
So langsam wird es bergiger. Immer wieder kurble ich Rampen hoch; zwischendurch geht es aber auch immer wieder bergab, ich kann das Rad manchmal einen Kilometer weit rollen lassen. Eigentlich schön, aber irgendwie beunruhigt mich dieses Spiel: laut Routenplaner liegt Falkenstein auf 800 m üN, ich bewege mich ständig zwischen 300 und 400 m. Wenn ich meinem Tagesziel dabei immer näher komme, heißt das nichts anderes, als dass es zum Schluss umso steiler nach oben gehen müsste. So mag ich die mühsam erkämpften Höhenmeter gar nicht wieder hergeben.
Die letzten 30 km sind ein einziger Kampf. Öfters klicke ich mich mal aus, bleibe für eine Minute stehen. Inzwischen will ich nur noch ankommen.
Irgendwann ist es dann soweit: das Ortseingangsschild von Falkenstein kommt in Sicht. Jetzt kann es nicht mehr weit sein. Aber was soll das denn? Wieso müssen die die Stadt so bergig bauen? Ich kann nicht mehr!
Trotzdem komme ich irgendwie noch im “Hotel Falkenstein” an. Jetzt nur noch raus aus den Klamotten! Nach einem ausgiebigen Bad gehe ich noch ein wenig saunieren, denn ich habe in weiser Voraussicht ein Hotel mit Sauna ausgesucht. War auch nicht schwer, es gibt nur ca. 2 Hotels in Falkenstein…
Im Ruheraum der Sauna stehen zwei Hometrainer. Ich überlege kurz, kann mich aber nicht so richtig motivieren.
Zur Verdauung und weil ich ja als Tourist hier bin, versuche ich mir draußen nach dem Essen noch ein wenig die Stadt anzusehen. Da ich Steigungen und Gefälle vermeiden will, kann ich ungefähr 50 m in jede Richtung laufen, vom Hoteleingang aus gesehen. Ich gebe auf. Es ist mir schleierhaft, wie man in so einer Stadt leben kann. Hier kann man weder vernünftig radfahren noch joggen.
Falkenstein ist übrigens nur 594 m hoch. Zum Glück. Gefahren: 165 km und 1000 (laut GPS) oder 1600 (lt. Tourenplaner) hm. Nicht schlecht für einen Flachland-Gelegenheitsfahrer wie mich.
Unschuldig steht es da. Endlich wieder sauber. Ganz so, als hätte es nicht gerade mit mir zusammen 500 km hinter sich. Über Asphalt, Pflaster, Schotterwege. Durch Regen, Nässe, Sonnenschein. Das hat ihm nichts ausgemacht. Das beste Rad, das ich mir wünschen kann.
Aufbrechen - Ausbrechen.
Zumindest manchmal sind das zwei Begriffe für ein und die selbe Sache: raus aus dem Alltag. Ich kann schon den salzigen Geschmack von Schweiß auf meinen Lippen schmecken.
Morgen früh geht’s los. Egal, was der Wetterbericht sagt.
Meine erste Rennrad-Tour! Wenn ich die Packliste sehe, bin ich gespannt, ob ich das alles in einen Rucksack kriege…
Am ersten Tag geht es über 160 km ins Vogtland. Die bis dato längste von mir mit dem Rennrad zurückgelegte Strecke. Und das Höhenprofil zeigt im Prinzip stetig nach rechts oben…
Am Ende der zweiten Etappe werde ich in Windischeschenbach, und darauf freue ich mich besonders, auf Mario, meinen besten Freund, treffen, der mich dann bis München begleiten wird.
Die dritte Etappe führt durch den Oberpfälzer Wald und beinhaltet die meisten von mir während eines Tages gefahrenen Höhenmeter. Dies wird dann also eine Tour der persönlichen Rekorde.
Die beiden restlichen Etappen sind dann hoffentlich recht entspannt und führen über Ingolstadt (Marios Wohnsitz) nach München.
Alles in allem hoffentlich schöne 610 km von Mittel- nach Süddeutschland über zumeist (hoffentlich) verkehrsarme Straßen. Wünscht mir gute Beine und trockene, leere Straßen!
Nachtrag zu den neuen Rädern:
Kurz gesagt: wow. Ist das wirklich das selbe Fahrrad, das ich da fahre? Es fühlt sich so anders an. So viel agiler. Ich kann meine Augen einfach nicht vom Vorderrad lassen. Gut, dass die Straßen heute leer waren. Gut, dass ich nicht vernünftig war.
What you missed this evening.
So richtig zufrieden war ich mit meinen Laufrädern ja nie.
Nicht schlecht - aber auch nicht richtig gut.
Irgendwie nicht standesgemäß, oder so. Solche Laufräder hätten damals schlicht das Budget gesprengt.
Eigentlich war ich immer auf handgemachte Laufräder aus. Naben von Chris King, Felgen von Enve… (Rapha Continental lässt grüßen). Nur: damit würde ich den Wert meines Rades wahrscheinlich auf einen Schlag verdoppeln. Nicht meine Liga, leider.
Irgendwann standen sie dann da bei meinem Fahrradhändler: ein paar Mavic Ksyrium SLR. Komplett in Mattschwarz, bis hin zu den Bremsflanken. Optisch umwerfend, super verarbeitet, ein gutes halbes Kilo leichter als meine alten Räder. Und dann zu einem Preis, den ich nicht mal online kriegen würde.
Nach gefühlten 1000 Besichtigungsbesuchen und langem Ringen zwischen Vernunft und haben-wollen (wer kennt das nicht?) hat der Händler dann doch das Geld bekommen. Und mein Rad neue Räder.
Fazit der ersten kurzen Testfahrt: mir wurde ja ein Unterschied versprochen, aber dass dieser so groß sein würde, das hätte ich nicht gedacht. Mit diesen Dingern zu beschleunigen ist sagenhaft, verglichen mit den alten Rädern. Der Fenomalist fühlt sich um Welten leichtfüßiger an. Ein ausführlicher Test steht aber noch aus. Spätestens nach meiner Tour weiß ich, ob ich nur Opfer eines schlauen Marketing geworden bin, oder ob es sich gelohnt hat.
Aber höllisch gut aussehen tun sie auf jeden Fall schon mal, oder?